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Aller Anfang ist schwer - das erste Mal Camino

Hallo, hier ist wieder Euer Lörchen, hoffe das es Euch gut geht. Meine Gedanken kreisen permanent um das pilgern, wahrscheinlich, weil es mir dabei meistens richtig gut geht.

Somit komme ich wieder zurück und erzähle Euch von meinem ersten Pilgerweg.

Im Sommer vor einigen Jahren kam ich in Pamplona an, endlich, jedoch kein Pilger in Sicht und Null Orientierung, super große, wunderschöne Stadt - jedoch wohin? Keine Muschel zu sehen, da sprach ich eine Spanierin an, ob sie wüsste, wie ich auf den camino gelange.

Sie lief mit mir, vorbei am berühmten Hotel, wo einst Ernest Hemingway übernachtete und auch sein erster Roman, Fiesta, mit den Stierläufen, Pamplona bekannt machte, bis hin zur ersten Muschel, die in den Boden eingelassen war und mir den Weg Richtung Santiago wies.

Super nett von der spanischen Dame, jetzt weiß ich Bescheid, einfach nur der Muschel folgen, die auf dieser Strecke in den Boden eingelassen ist.

Meine Hüftschmerzen machen mir echt zu schaffen, aber das hilft nichts, ich muss weiter, bis außerhalb der Stadt ein Hinweisschild stand mit der Aufschrift, Auberge, Unterkunft für Pilger. Dieses Wort sollte auf meinem Weg der rote Faden sein - quasi mein Leitfaden, denn man pilgert von Herberge zu Herberge, von Ort zu Ort.

Da ich sehr langsam lief, fragten mich alle Pilger, die mich überholten: How do you do? Also, mitfühlend sind sie ja, die Pilger.

Kurz vor kompletter Erschöpfung sah ich endlich die Malteserfahne im Winde flattern, die auf einem sehr alten Steingebäude wehte.

Ich danke Gott!

Spartanisch geführte Herberge, 5.- Euro die Nacht, Herbergsmama begrüßte mich mit einem dunklen, undefinierbaren, aber erfrischenden Getränk.

Hab geduscht, meine getragene Kleidung gewaschen und zum Trocknen auf die Leine hinter der Herberge gehängt und mich in die Küche begeben, wo ich Nudeln gekocht habe, mit Käse und Ketchup, lecker. Jetzt nur noch eins, schlafen.

Fünf Uhr erwachte ich vom Aufbruch 4 junger Engländerinnen, okay, dann bin ich auch direkt hinterher ohne Frühstück jedoch mit unerträglichen Hüftschmerzen. Eine unentbehrliche Hilfe sind meine Wanderstöcke, auf die ich gestützt mich vorwärts quälte…und wieder die Frage von überholenden Pilgern, How do you do?

Wunderschöne Wälder, Pflanzen und Vogelgezwitscher, doch steil bergauf. Ich hatte ein enges, orangefarbenes Sporttrikot an, wo durch die Gurte des Rucksacks mein eh schon üppiger Busen noch mehr in den Vordergrund trat.

Drei große, lustige, männliche Pilger liefen an mir vorbei, an mir, hinkenden Pilgermumie, grüßten freundlich mit buen camino und als sie zirka 10 m von mir entfernt waren, fingen sie alle drei herzlich an zu lachen und sangen: Heidi, Heidi, Deine Welt sind die Berge!

Einen lustigen Tag wünscht Euch Euer Lörchen!

Tags: pilgern, camino

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