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Der Pilgervirus hat mich erwischt

Guten Morgen, Ihr Lieben, hier ist wieder Euer Lörchen, ich hoffe, Ihr habt einen schönen Tag.

Gerade erst vom Camino Portugues gekommen, möchte ich schon wieder los.

Dieser Virus, also ich nenne ihn einfach den Pilgervirus, der Menschen erfasst, nachdem sie den Camino das erste Mal gegangen sind, erfasst den Körper und breitet sich darin aus. Es entwickelt sich so eine große Sehnsucht im Alltag, dass man danach fiebert, irgendwann wieder los zu ziehen.

Du begegnest Leuten aller Herren Länder und verstehst und verständigst Dich, ohne immer die Sprache des anderen zu verstehen. Wenn Du Hilfe irgendwelcher Art benötigst, Dein Gegenüber ahnt es und Du nimmst sie dankend entgegen.

Ich packe schon immer mehr ein in meinen Rucksack, z.b. Blasenpflaster, da ich weiß, dass es immer benötigt wird, von mir und anderen Pilgern. So ist es eben auf dem Camino. Dazu kommen die Landschaftsbilder, die einfach atemberaubend sind, auch die Nordspanier, mit Ihrer Freundlichkeit haben sich in mein Herz gepflanzt.

Schade, dass es nicht jedem vergönnt ist zu pilgern, sei es aus gesundheits- oder finanziellen Gründen. Es müsste jedoch ein Umstand geschaffen werden, dass es möglich ist, für alle Menschen, wenigstens ein Stück des Weges zu erleben, um die Aura des Caminos zu spüren. Es hilft der Seele und der Psyche, dem Körper, einfach dem gesamten Menschen!

Einmal durfte ich sehen, wie eine Gruppe von jungen Leuten, einen ihrer Gefährten abwechselnd Huckepack genommen hat, da der jenige nicht in der Lage war, selbst zu gehen.

Eine über 80ig jährige Dame lief nur mit ihrem Gehstock, daran hing eine Plastiktüte mit Zahnbürste und Zahncreme…… Ein junger Mann, hatte gerade den Kampf mit dem Krebs gewonnen, der bei ihm im kompletten Körper gestreut hatte, er erzählte mir, dass ihn die Ärzte schon aufgegeben hatten, jedoch hatte er es geschafft. Aus Dankbarkeit lief er den Camino Frances, und zwar den gesamten Weg von Saint- Jean- Pied- de- Port in Frankreich bis hin nach Santiago. Er hat es geschafft, obwohl er nur langsam ging, wie ich.

In Frankreich gibt es eine Art Farm, wo Esel leben, die lernen, den Jakobsweg zu gehen und Dein Gepäck zu tragen, die kennen den Weg, Du musst Dich nur einlassen…. Dieses habe ich erfahren, als ich in Richtung Santiago lief und mir seltsamer Weise ein Pilger und ein Esel genau aus dieser Richtung entgegenkamen. Nach meiner Frage, erzählte mir der Wandersmann, dass er diesen Esel gemietet hat, er trägt Zelt, und alle Utensilien, die man braucht und dass das Tier den Weg kennt und ganz selbstständig läuft.

Zurück in Frankreich liefert er den Esel wieder seinen Besitzer ab und fährt nach Hause, um eine super tolle Erfahrung reicher!

Es gibt verschiedene Wege, den Weg aller Wege zu finden ….

Euer Lörchen

Tags: camino, pilgern

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